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Ramaria fagetorum Maas-Geest. ex Schild 1978 ss. Schild p.176

Synonyme: Ramaria neoformosa ss. Schild 1986 , Ramaria subbotrytis s. auct. europ. s. Christan 2008, non Ramaria fagetorum Maas Geesteranus 1976 nomen nudum = Ramaria subbotrytis sensu auct. europ.

Systematik: Basidiomycota > Gomphales > Gomphaceae

Deutscher Name: Rosagelbe Koralle

Vorkommen:
In Buchenwäldern (Fagus) und Buchen- Fichten-Mischwäldern (Fagus, Picea) mit vorherrschend Buchen, auf kalkhaltigen Böden; Mykorrhiza bildend; Mycel bis in den Mineralboden reichend.

Vorkommen am Ammersee:
Selten dokumentiert, aber vermutlich häufiger.
In unserer Datenbank gibt es 6 Fundmeldungen.

Makroskopische Bestimmungsmerkmale:
Fruchtkörper bis 10 cm hoch und 8 cm breit; Strunk breit aufsitzend oder kaum vorhanden und schon früh in primäre Äste übergehend, mit zahlreichen, jungen Ästen versehen, unten weiß, oben gelb; Basis mit weißem Mycelfilz und weißen Rhizomorphen. Äste jung gedrängt blumenkohlähnlich, in der Reife aufwärtsstrebend auswachsend, im Alter am Rand ausladend, mehrfach verzweigt; Astwinkel gemischt von abgerundet bis spitz, häufig abgerundet und unten ausgespitzt; Astenden jung mehrfach fein spitz, später backenzahnähnlich; Astfarben bei jungen Fruchtkörpern hell gelb, dann zart rosa bis lachsrosa, Astenden gelb. Fleisch fest, im Alter weich brüchig, nur im Übergang von der untersten Basis in das Anhängsel bei trockenen Fruchtkörpern manchmal etwas gelatinös; Fleischfarbe rosa oder teilweise rosa bis weiß marmoriert, vor allem in den Ästen meistens rosa, nur gelegentlich bis in den Strunk und/oder an Fraßstellen rosa, im unteren Strunkbereich weiß, je nach Feuchtigkeit marmoriert oder weiß, getrocknet weich bröselig-kreidig; Geruch unbedeutend bis herb-säuerlich; Geschmack mild, süßlich, in den Astenden herb bis bitter.

Mikroskopische Bestimmungsmerkmale:
Sporen 6,5–11,5 x 3–5 µm, im Profil ellipsoid bis zylindrisch, rau; cyanophil, mit flachem, warzig-wulstigem Ornament, teilweise warziges Ornament vorherrschend, manchmal mit etwas längsgerichteten Wulsten.
Basidien 40–60 x 7–9 µm, keulig, ohne Schnallen, 4-sporig. Hyphen bis 10 (18) µm im Durchmesser, ± hyalin, glatt bis fein rau, Wände dünn, in der Tiefe bis zu 1 µm dick, mit ampulliformen Septenübergängen, ohne Schnallen; Thrombopleren vorhanden. Hyphen in den Rhizomorphen bis zu 4 µm im Durchmesser, hyalin, dünnwandig, glatt, im äußeren Bereich mit polymorphen Kristallen besetzt, in der Tiefe mit ampulliformen Septenübergängen; ohne Schnallen. Hyphen im Basalmycel 2–3 µm dick, dünnwandig, zylindrisch, mit stumpfem Apex und polymorphen Kristallen besetzt.

Bemerkungen:
R. fagetorum kann mit ausgeblassten Fruchtkörpern von R. subbotrytis verwechselt werden, die aber frisch korallrote Astfarben hat, welche am Licht zu kühlem Geraniumrosa bis hin zu Ockergelb ausblassen. Weitere rosa- bis lachsrosafarbenen Arten, wie z. B. R. flavosalmonicolor oder R. formosa bilden Schnallen und haben größere Sporen.

Autor: Josef Christan

Rote Liste: R

Quelle / Literatur:
Christan 2008, Die Gattung Ramaria in Deutschland, S. 194.

  • Makroskopische Ansicht

    Foto: Josef Christan
  • Makroskopische Ansicht

    Foto: Peter Karasch