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Cortinarius arcuatorum Rob. Henry 1939

Systematik: Basidiomycota > Agaricales > Cortinariaceae

Deutscher Name: Violettgesäumter Klumpfuß

Vorkommen:
Sehr selten, aber gesellig und mitunter sogar Reihen bildend in feuchten Laubwäldern unter Rotbuchen (Fagus sylvatica).
Nach dem Atlas der Großpilze Deutschlands, Bd. 1b (Karte 440), in ganz Deutschland von den Mittelgebirgen ab südwärts sehr selten; in Bayern nur zwischen Augsburg und München.

Vorkommen am Ammersee:
Sehr selten.
In unserer Datenbank gibt es 13 Fundmeldungen.

Makroskopische Bestimmungsmerkmale:
Hut bis über 10 cm breit, anfangs breit halbkugelig, dann mehr oder weniger konvex mit lange eingerolltem Rand, alt flach oder etwas niedergedrückt, eigenartig fleisch- bis rötlichorange-lehmbraun, am Rand auch mit schwachem Lilaschein, feucht stark schleimig, dann trocken mit dunklerem, feinst marmoriertem Scheitel und hellerem, fein radial eingewachsen faserigem Rand, oft etwas fleckig, im Kern sehr dickfleischig.
Lamellen jung sehr blass wässrig lila, dann hell milchkaffeebraun bis wässrig zimtrostig, Rand und Schneide lange lila, ziemlich breit, bis 7 mm hoch, dünn und dichtstehend, stark untermischt, sich alt umlegend, um den Stiel nur 1 mm tief ausgebuchtet, mit glatter, alt etwas fleckiger Fläche, Schneide scharf, sehr fein gesägt und lange lila bleibend.
Stiel bis 95 mm lang und an der Spitze 15-20, am Grund bis 32 mm dick, zylindrisch, lang und schlank, mit breiter und von der Cortina gesäumter, scharf gerandeter, am Rand mitunter kräftig rosalilafarbener, gelegentlich aber auch weißer Knolle, Spitze weiß, oft von den Lamellen etwas gerieft und dann mit schwachem lila Schein, abwärts mehr oder weniger rein weiß und längsseidig überfasert, oben im Innern watteartig ausgestopft, unten hohl.
Fleisch weiß, in der Stielspitze mitunter gegen den Rand schön lila, mit schwachem, gebäckartigem Geruch.

Mikroskopische Bestimmungsmerkmale:
Sporen (10-)12-13 x 6-7 µm, mandel- bis schwach zitronenförmig, grob warzig.
Chemische Reaktionen: KOH im Fleisch der Stielknolle und am Knollenrand und auf dem Stiel schön rosa, auf der Huthaut rosa bis rotbraun. Basidien färben sich mit KOH (10 %) rosa.

Bemerkungen:
Ähnliche Arten: Die Art ist aufgrund der fleischbräunlichen Hutfarbe, der lilafarbenen Lamellen und der lebhaft rosa KOH-Reaktion im Fleisch gut festgelegt.
Cortinarius fulvoincarnatus Joachim ist schmächtiger, blasser gefärbt und hat bitteres, mit KOH rot verfärbendes Fleisch.
Mitunter treten Fruchtkörper auf, denen die lila Farben völlig fehlen und die dann einen Vertreter der Sektion Multiformes mit etwas fleischbräunlicher Hutfarbe vortäuschen. Sie sind aufgrund des sich mit KOH sofort leuchtend rosa färbenden Fleisches zu erkennen.

Autor: Edmund Garnweidner

Rote Liste: 3

Quelle / Literatur:
Moser, Die Gattung Phlegmacium, S. 175;
Abbildung: Moser/Jülich, Farbatlas der Basidiomyceten, Cortinarius 54.

  • Makroskopische Ansicht

    Foto: Edmund Garnweidner
  • Makroskopische Ansicht

    Foto: Edmund Garnweidner
  • Detailansicht

    Foto: Peter Karasch
  • Makroskopische Ansicht

    Foto: Peter Karasch