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Cortinarius allutus Fr. 1838

Synonyme: Cortinarius melliolens J. Schäff. ex P.D. Orton , Cortinarius multiformis Fr. ss. Brandr. & al.

Systematik: Basidiomycota > Agaricales > Cortinariaceae

Deutscher Name: Bereifter Schleimkopf

Vorkommen:
Meist gesellig und mitunter in Reihen und Kreisen in feuchten, meist jüngeren und stark beschatteten Bergfichtenwäldern; in Schonungen einer der häufigeren Phlegmacien.
Nach dem Atlas der Großpilze Deutschlands, Bd. 1b (Karte 430), im südlichen Schwarzwald, in der nördlichen Schwäbischen Alb, um Augsburg und südlich von München verbreitet; sonst vereinzelt in den ostbayerischen Kristallingebirgen und am Main sowie in den Alpen; im mittleren Deutschland sehr selten.

Vorkommen am Ammersee:
Verbreitet.
In unserer Datenbank gibt es 91 Fundmeldungen.

Makroskopische Bestimmungsmerkmale:
Hut bis 85 mm breit, jung halbkugelig bis konvex, konvex, Randsaum lange eingerollt, bald breit gewölbt, selten mit breitem und stumpfem Buckel, etwas wellig und mitunter einreißend, feucht schön orangerot bis satt orangebraun, stark schmierig und mitunter besonders gegen den Rand mit einigen dunklen Wasserflecken, dadurch schwach panaschiert, am Rand auch mit wässrigen Einlagerungen unter der Huthaut und dadurch graufleckig erscheinend, niemals aber mit abgegrenzter, hygrophaner Randzone, gelegentlich mit schmalem, nach oben geknicktem Randsaum, trocken mehr orange- bis gelbocker oder aprikosenfarben und besonders am Randsaum weißlich bereift, Huthaut bis etwa zur Hälfte abziehbar.
Lamellen jung weißlich-tongrau, mitunter mit schwachem lila Reflex, dann sehr blass tonfarben, alt auch hell zimtrostbraun, um den Stiel sehr schwach ausgebuchtet, dichtstehend, normal breit, 8 mm breit bei 34 mm Länge und meist breiter als die Dicke des Hutfleisches, dünn, am Hutrand mit bis zu 20 Lamellen pro cm, mit 5-7 Zwischenlamellen, Schneide ziemlich scharf, ausgefressen gesägt bis flockig.
Stiel 80-90 mm lang und an der Spitze bis 14 bis 17, am Grund bis 27 mm dick, zylindrisch mit stumpf gerandeter, mitunter fast keuliger und oft etwas zuspitzender Knolle, meist etwa so lang wie der Hut breit, bei im Moos wachsenden Fruchtkörpern auch länger, weiß, alt etwas gelblich oder ockerlich, gelegentlich auch messinggelblich, besonders an der Spitze weißmehlig, abwärts mit weißlicher Cortina überfasert, Basismyzel weiß.
Fleisch weiß, im Stiel holzgelblich, in der Stielrinde schwach bräunlich, in der Stielspitze gelegentlich stärker gelb, über den Lamellen stark durchwässert, geruchlos oder mit schwachem, etwas honigartigem Geruch.

Mikroskopische Bestimmungsmerkmale:
Sporen (7,5-)8-10 x (4,5-) 5-5,5(-6) µm, elliptisch bis schwach mandelförmig, fein warzig.
Chemische Reaktionen: KOH auf der Huthaut und im Fleisch braun.

Bemerkungen:
Ähnliche Arten: Der viel seltenere, aber mitunter am gleichen Standort fruktifizierende Cortinarius lundellii ist etwas lebhafter orangebraun, am Rand deutlich hygrophan und feucht etwas durchscheinend gerieft und hat bei Sporenreife auch deutlich dunklere Lamellen; unter dem Mikroskop auch stärker ornamentierte Sporen.
Cortinarius subhygrophanicus ist viel seltener, lebhafter gefärbt und hat eine auffällige, wasserfleckig-hygrophane Randzone. Weitere ähnliche Sippen wachsen in Laubwäldern.
Der bei Brandrud et al. mit Cortinarius allutus synonymisierte Cortinarius lundellii lässt sich bei gemeinsamen Fundstellen schon im Gelände unterscheiden.

Autor: Edmund Garnweidner

Quelle / Literatur:
Brandrud et al., Cortinarius - Flora Photographica, Tf. A 45 (als Cortinarius multiformis);
Bresadola, Iconographia Mycologica, Tf. 611;
Moser, Die Gattung Phlegmacium, S. 113;
Abbildung: Moser/Jülich, Farbatlas der Basidiomyceten, Cortinarius 6.

  • Makroskopische Ansicht

    Foto: Edmund Garnweidner
  • Makroskopische Ansicht

    Foto: Edmund Garnweidner